Image

Ein Vorstellungsbild macht Komplexes einfach

Aktueller Anlass

Medien überfluten die Menschen mit vielen Informationen und einer breiten Palette an Themen. Wie kann der Einzelne diesen Wasserfall an Kommunikationsofferten bewältigen? Was hilft bei der Entscheidung, wem man zuhört oder von wem man sich abwendet?  Wie werden Unternehmen und die handelnden Personen von den Stakeholdern in dieser Situation wahrgenommen?

Für den einzelnen Menschen ist das Überangebot von meist komplexen oder gar verstörenden, aktuellen Medieninformationen eine echte Herausforderung, in manchen Fällen sogar eine Überforderung.

Unternehmen wiederum brauchen dringend Informationen, wie sie von wichtigen Gruppen wie Mitarbeitern, Kunden, Bewerbern oder Nachbarn an den Standorten wahrgenommen werden: Ob sie überhaupt bekannt sind, welche Eigenschaften ihnen zuerkannt werden und in welchen Ausmaß sie Wertschätzung erfahren.

In beiden Fällen geht es um die Bilder, die sich Menschen über Realitätsbereiche wie beispielsweise Firmen, Produkte oder Führungspersonen machen, die ihre Meinungen und ihr künftiges Verhalten prägen. Viele machen sich sehr schnell ein Bild, das ihre künftige Wahrnehmung prägt. Andere wiederum bauen sich eine Vorstellung in einem langen Zeitraum über viele Erfahrungen und Eindrücke auf. Diese komplexen sozialpsychologischen Verarbeitungsmuster führen zu den sogenannten „Images“ bei den Menschen.

Images sind Vorstellungsbilder, die individuell und bei den verschiedenen Gruppen durchaus unterschiedlich sein können. Mit zum Teil sehr aufwändigen Imageanalysen wollen Unternehmen Klarheit bekommen, welche Bewertungen die Menschen vorgenommen haben und was sie spontan z. B. mit einem Firmennamen, Produkt oder Person assoziieren. Denn sie wissen: Von diesen Vorstellungsbildern hängt es ab, wie die Menschen urteilen und sich künftig verhalten werden.

Das versteht man darunter

Unter einem Image versteht man ein stark vereinfachtes, typisiertes und mit Erwartungen und Wertvorstellungen verbundenes Vorstellungsbild über einen Sachverhalt, eine Person oder ein Unternehmen.

Menschen entwickeln solche „Bilder“ zumeist sehr schnell, die sich dann über die Zeit noch verfestigen. Diese Konstrukte der Wahrnehmung helfen ihnen, sich zu orientieren und schnell zu wissen, woran sie sind. Sie bieten ihnen Orientierung für die Meinungsbildung, weil sie Komplexes einfach machen. Damit dienen sie als pauschale Leitvorstellungen und als Maßstab für ein angemessenes Verhalten.

Das Image, das sich einmal gebildet hat, ist wie ein Schatten. Man hat es, ob man will oder nicht. Man kann es nicht abstreifen, aber durch eigenes Verhalten beeinflussen. Durch überzeugende Kommunikationsmaßnahmen und glaubwürdige Kommunikatoren kann es geprägt, aber auch verändert werden.

Darum ist es wichtig

Warum haben Images eine so große Wirkung auf die Meinungsbildung und das Verhalten der Menschen? Weil sie für den Einzelnen eine elementare Orientierungsfunktion erfüllen, die es ihm möglich macht, mit dem Überangebot an aktuellen Nachrichten, Meinungen und Stellungnahmen überhaupt zurecht zu kommen.

Images bieten Orientierung, weil sie komplexe neue Sachverhalte oder Nachrichten in vorhandene Wahrnehmungsmuster einordnen helfen. Sie werden zu Leitvorstellungen, die den Menschen entlasten, ständige Prüfungen und Bewertungen durchzuführen. Und Images fungieren als Maßstab, welches Verhalten erwartet wird.  Abweichendes Verhalten unterliegt dem sozialen Druck und muss genau begründet werden.

Images sind in der heutigen Zeit überlebensnotwendig. Bei der Fülle der Entscheidungen und Wahlhandlungen, die täglich getroffen werden müssen, ist es völlig unmöglich, allen Dingen auf den Grund zu gehen. Der Mensch lässt sich dann von seinen Vorstellungsbildern, die für ihn eine Art „Kompass“ darstellen, in ganz bestimmte Richtungen führen.

Mehr Informationen:

Claudia Mast: Unternehmenskommunikation. UVK Verlag München 2020, Seite 44 – 51.
Eugen Buß / Ulrike Heuberger: Image-Management. Wie Sie Ihr Image-Kapital erhöhen. Erfolgsregeln für das öffentliche Ansehen von Unternehmen, Parteien und Organisationen. F.A.Z.-Verlag Frankfurt/Main 2000.